Nagomi
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Was bei Nagomi passiert, was in Studien steht und was davon im Alltag wirklich trägt.

Beitragsbild: Hand legt Handy weg - Tisch, Tageslicht, ruhig
Gelesen · 12.08.2026

Weniger Bildschirmzeit ist kein Trick, sondern eine Umstellung

Ein Autor von Business Insider beschreibt, wie er seinen privaten Medienkonsum von acht bis zwölf Stunden täglich auf unter eine Stunde gebracht hat. Drei Dinge waren dafür entscheidend: zu wissen, dass die erste Entzugsphase härter ist als erwartet; keine Ausnahmen, weil jeder „Cheat Day“ den Kreislauf neu startet; und vor allem echte Aktivitäten als Ersatz - Sport und feste, offene Treffpunkte, an denen Freunde ohne Verabredung dazukommen.

Genau darum geht es bei Nagomi: nicht ums Weglassen, sondern um das, was den Platz einnimmt.

Quelle: Eric R. Stone, Business Insider Deutschland, 12.08.2026
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Gesehen · 28.09.2026

Drei Wochen, rund 100 Jugendliche, kein Handy – im Fernsehen begleitet

Die dreiteilige ARD-Wissen-Doku „Schule ohne Smartphone“ begleitet ein Experiment an einer Integrierten Gesamtschule in Thaleischweiler-Fröschen: Rund 100 Schülerinnen und Schüler geben gemeinsam mit Moderator Tobi Krell drei Wochen lang Handy, Tablet, Laptop, Fernseher und Spielkonsole ab. Alle Geräte werden eingesammelt und weggesperrt. Ein Forschungsteam misst währenddessen, was sich bei Schlaf, Bewegung, Konzentration und Stimmung verändert. Als Ausgangspunkt nennt die Doku den Durchschnitt: 88 Blicke aufs Handy am Tag, drei Stunden online.

Interessant ist weniger der Verzicht als das, was die Folgen zeigen: Partys ohne Handy, neue Hobbys, Langeweile, Streit, Tiefpunkte – und die Frage am Ende, wie sich das Erlebte halten lässt, wenn die Geräte zurück sind. Eine Produktion des SWR in Zusammenarbeit mit megaherz.

Genau diese letzte Frage ist meine Arbeit. Ein Experiment schafft die Erfahrung, aber sie hält nur, wenn danach Regeln in der Gruppe entstehen, die alle mittragen. In Schulen arbeite ich deshalb mit Klassen und Kollegien zusammen an einer Sache, die nach dem Projekttag weiterläuft.

Quelle: ARD Wissen, „Schule ohne Smartphone – Das Experiment mit Tobi Krell“ (SWR / megaherz), ARD Mediathek
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Gelesen · 09.09.2026

Bis zu 29 % weniger Trainingsvolumen durch „Mental Fatigue“

Neuere Untersuchungen im Journal of Strength and Conditioning Research und in Perceptual and Motor Skills belegen, dass bereits 30 Minuten Social-Media-Nutzung vor oder während des Trainings das Gehirn in einen Zustand mentaler Erschöpfung (Mental Fatigue) versetzt. Die Folge: Das bewältigte Gesamtvolumen (Volume-Load) bei Grundübungen wie Kniebeugen oder Bankdrücken bricht um 15 bis 29 % ein – obwohl die Muskeln physiologisch voll einsatzfähig wären. Reizüberflutung führt zu einer Adenosin-Akkumulation im anterioren cingulären Kortex, wodurch sich jede Wiederholung subjektiv signifikant schwerer anfühlt (erhöhte Rate of Perceived Exertion, RPE).

Das Handy kostet also nicht nur Zeit, sondern messbar Leistung – an einer Stelle, an der die meisten sie nie vermuten würden. Wer im Gym die Sätze wieder spüren will, braucht keine neue Methode, sondern eine Pause ohne Display.

Quelle: Journal of Strength and Conditioning Research / Perceptual and Motor Skills
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Gelesen · 09.09.2026

Erosion der Satzpausen-Dichte („Lost Time“)

Untersuchungen zum Pausenmanagement zeigen: Wer das Handy in der Pause zückt, verliert das Zeitgefühl. Geplante 90-Sekunden-Pausen dehnen sich unbemerkt auf 3 bis 5 Minuten aus. Die Muskeln kühlen ab, der Muskeltonus fällt ab und die neuromuskuläre Rekrutierung für den nächsten Satz erodiert, weil das Gehirn emotionale Fremdreize verarbeitet statt motorische Einheiten vorzubereiten.

TIME hat die Studienlage dazu zusammengefasst. Eine Untersuchung im Fachjournal Performance Enhancement & Health fand, dass Tippen während des Trainings Gleichgewicht und Stabilität um 45 % verschlechtert; Telefonieren um 19 %. Eine zweite Studie in Computers in Human Behavior verglich 20-minütige Trainings: Wer nebenbei schrieb, verbrachte knapp zehn Minuten im niedrigen und nur sieben im hohen Intensitätsbereich - ohne Handy waren es drei Minuten niedrig und fast 13 Minuten hoch. Studienleiter Michael Rebold vom Hiram College war selbst überrascht, wie deutlich der Effekt ausfiel.

Die Pause ist kein Leerlauf, sondern Teil des Trainings. Wer sie mit dem Display füllt, trainiert länger und erreicht weniger.

Quelle: Amanda MacMillan, TIME, 18.01.2017
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Gelesen · 24.08.2026

Nicht das Handy ist das Problem, sondern die fehlende Absprache

Die Barmer hat die Forschungslage zu Phubbing zusammengefasst. Ein Blick aufs Display ist für sich genommen noch kein Phubbing - problematisch wird es erst, wenn sich das Gegenüber ausgeschlossen oder ignoriert fühlt, sagt die Basler Psychologin Christiane Büttner. Dass Phubbing Liebesbeziehungen besonders schade, ist dabei nicht eindeutig belegt; entscheidend sind die Erwartungen und Regeln, die zwei Menschen miteinander vereinbart haben. Deutlicher ist die Lage bei Kindern: Wenn Eltern am Handy sind, sinkt ihre Feinfühligkeit, das Gesicht wird regungslos, und Kinder brauchen laut der Kinderärztin Silke Schwarz Zeit und Absichtslosigkeit, um von sich zu erzählen. Im Job steigt die Zahl der Konflikte im Team. Stärkster Vorhersagefaktor für Phubbing ist die eigene Handynutzung: Wer das Gerät ohnehin schwer weglegen kann, phubbt am häufigsten.

Die empfohlenen Mittel sind unspektakulär: es ansprechen, statt es hinzunehmen - und gemeinsam festlegen, wann das Handy nichts zu suchen hat. Genau in dieser Reihenfolge arbeite ich auch: erst erleben, wie ein ungeteiltes Gespräch klingt, dann Regeln vereinbaren. Auf einem Echtzeit-Tag geben alle das Handy ab, in Unternehmen und Schulen entstehen die Regeln in der Gruppe, die sie später auch einhalten soll.

Quelle: Carola Kleinschmidt für die Barmer, aktualisiert 02.03.2026
Artikel bei der Barmer lesen
Gelesen · 24.08.2026

Phubbing: wenn das Handy wichtiger ist als der Gesprächspartner

„Phubbing“ setzt sich aus phone und snubbing zusammen: Gesprächspartner werden ignoriert, zugunsten des Smartphones. Sophia Sakel, Doktorandin an der LMU München, forscht seit zwei Jahren dazu und sagt, das Phänomen betreffe so gut wie jeden sozialen Kontext - zwischen Partnern, zwischen Eltern und Kindern, zwischen Angestellten und Vorgesetzten. Eine LMU-Untersuchung, an der sie beteiligt war, kommt auf eine Wahrscheinlichkeit von durchschnittlich 90 Prozent, innerhalb einer Stunde sozialer Interaktion mindestens einmal zu phubben. Eine Längsschnittstudie des Deutschen Zentrums für Suchtfragen des Kindes- und Jugendalters (gefördert von der DAK-Gesundheit) beziffert den Blick auf den Bildschirm auf durchschnittlich alle zwölf Minuten: Mehr als jedes dritte Kind (35,2 Prozent) und knapp drei von zehn Eltern (29,2 Prozent) fühlen sich in sozialen Interaktionen mindestens manchmal durch das Handy des Gegenübers ignoriert. Kinder mit häufigen Phubbing-Erfahrungen sind demnach einsamer, ängstlicher und gestresster.

Sakel setzt auf mehr Bewusstsein und offene Kommunikation - etwa zu sagen, dass man einen wichtigen Anruf erwartet, statt stumm aufs Display zu schauen. Bei einer Umfrage am Münchner Gärtnerplatz zeigte sich, dass viele sich längst eigene Regeln gegeben haben: Handy beim Essen nicht auf dem Tisch, bei Terminen in der Hosentasche, beim Spazieren zu Hause lassen. Genau solche Regeln entstehen auf einem Echtzeit-Tag nicht als Vorsatz, sondern aus der Erfahrung: acht Stunden draußen, Handy abgegeben, maximal zehn Menschen - und am Ende eine Sache, die zu Hause weiterläuft.

Quelle: Ursula Giebel, BR24, „Phubbing: Wenn das Handy wichtiger ist als der Gesprächspartner“
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Gelesen · 10.08.2026

Handyverbot an Schulen: eine Regel ist noch kein Konzept

Rheinland-Pfalz will die private Handynutzung ab dem 1. Februar 2027 bis einschließlich Klasse 10 während des gesamten Schultags untersagen - auch in Pausen und Ganztagsangeboten. Das Bildungsministerium begründet das damit, sozialen Druck durch ständige Erreichbarkeit zu nehmen und Raum für persönliche Gespräche zu schaffen. Die Landesschülervertretung hält ein pauschales Verbot für zu kurz gegriffen: es ersetze keine pädagogischen Konzepte, nötig seien Medienbildung und gemeinsam entwickelte Regeln.

Das deckt sich mit meiner Erfahrung aus der Schule: Ein Verbot schafft die Voraussetzung, aber die Frage, wie man selbst mit dem Handy umgehen will, muss man erlebt und besprochen haben. Genau dort setzen meine Vorträge und Projekttage an.

Quelle: tagesschau.de / SWR, 10.08.2026
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Gelesen · 27.05.2026

Drei Wochen ohne Handy: 46.000 Fragebögen, messbare Wirkung

Über 72.000 Kinder und Jugendliche aus knapp 600 Schulen haben ihr Smartphone drei Wochen lang abgegeben - begleitet vom ORF und wissenschaftlich ausgewertet durch den Psychologen Oliver Scheibenbogen (Anton-Proksch-Institut) anhand von rund 46.000 Fragebögen. Ergebnis direkt nach den 21 Tagen: Ein- und Durchschlafstörungen gingen um 23 Prozent zurück, das psychische Wohlbefinden stieg um etwa 18 Prozent, der Anteil problematischer Internetnutzung sank von 71 auf 58 Prozent. Der Effekt war auch fünf Wochen später noch messbar. Einsamer fühlte sich niemand - und zwei Drittel hielten die volle Zeit durch.

Auffällig ist, womit die Jugendlichen die freie Zeit gefüllt haben: Hütten bauen, Beete anlegen, Musik machen, reden. Nichts davon braucht ein Programm - nur einen Anlass und Menschen, mit denen man ihn teilt.

Quelle: Romana Beer, science.ORF.at, 27.05.2026
Artikel bei science.ORF.at lesen
Gelesen · 21.03.2025

Zwei Stunden statt viereinhalb: die Wirkung ist belegt

Eine randomisierte kontrollierte Studie der Universität für Weiterbildung Krems (veröffentlicht in BMC Medicine) hat die tägliche Handynutzung einer Gruppe drei Wochen lang auf maximal zwei Stunden begrenzt; die Kontrollgruppe blieb bei ihren üblichen 4,5 Stunden. Ergebnis: depressive Symptome minus 27 Prozent, Stress minus 16 Prozent, Schlafqualität plus 18 Prozent, allgemeines Wohlbefinden plus 14 Prozent. Studienleiter Christoph Pieh spricht von einem erstmals gezeigten kausalen Zusammenhang. Entscheidend ist der zweite Befund: Nach den drei Wochen stieg die Nutzung bei den meisten wieder an - die positiven Effekte blieben nur bei denen, die dranblieben.

Die Herausforderung liegt also nicht im Verzicht, sondern in der Veränderung der Gewohnheit. Deshalb endet jeder Nagomi-Tag mit einer konkreten Sache, die am Montag noch funktioniert.

Quelle: Ann-Vanessa Schmitz, Deutsche Handwerks Zeitung, 21.03.2025
Artikel in der Deutschen Handwerks Zeitung lesen
Gelesen · 11.02.2026

Die Absicht ist da. Es fehlt der Anlass.

Die DAK-Gesundheit fasst zusammen, was Digital Detox bringt und woran er scheitert. Laut einer Bitkom-Umfrage haben 41 Prozent der Deutschen schon einmal eine digitale Auszeit versucht - die meisten davon nur einen Tag. Einer Deloitte-Umfrage von 2024 zufolge findet fast die Hälfte der Befragten, sie verbringe zu viel Zeit am Handy; bei den unter 35-Jährigen sind es 84 Prozent. Genannte Folgen: Schlafstörungen, Kopfschmerzen, Verspannungen, fehlende Ruhephasen zur Verarbeitung - und „Phubbing“, das Wegschauen im persönlichen Gespräch. Der Rat der DAK ist unspektakulär: feste bildschirmfreie Zeiten und Räume, Push-Nachrichten aus, und vorher klären, was man stattdessen mit der Zeit macht.

Die letzte Frage ist die entscheidende, und alleine schwer zu beantworten. Ein Echtzeit-Tag beantwortet sie praktisch: acht Stunden draußen, Handy abgegeben, eine kleine Gruppe - und am Ende steht nicht der Vorsatz, weniger zu tun, sondern eine Sache, die du stattdessen tust.

Quelle: Mareike Engelken, DAK-Gesundheit, aktualisiert 11.02.2026
Artikel bei der DAK lesen
Gelesen · 22.01.2025

Im Job ist ständige Erreichbarkeit kein Nebeneffekt, sondern die Norm

Der Beitrag beschreibt, was permanente digitale Vernetzung im Arbeitsalltag auslöst: gefühlten Druck, immer erreichbar zu sein, weniger Konzentration durch dauernde Unterbrechungen, weniger Raum für neue Ideen, dazu Augen-, Nacken- und Schlafprobleme. Die Studie „Digitale Resilienz in der Mediennutzung“ des VOCER Instituts nennt Überforderung, Schlappheit und innere Leere als typische Ermüdungseffekte. Die vorgeschlagenen Maßnahmen sind organisatorisch, nicht technisch: klare Anfangs- und Endzeiten, bewusst bildschirmfreie Pausen, technikfreie Zonen, analoge Werkzeuge, priorisierte Aufgaben statt Multitasking.

Solche Regeln funktionieren nur, wenn ein Team sie gemeinsam trägt - sonst bleibt es beim guten Vorsatz einzelner. Genau darum arbeite ich in Vorträgen und Workshops mit dem ganzen Team: erst die Wirkung erlebbar machen, dann Regeln vereinbaren, die im Betrieb realistisch sind.

Quelle: edubreak® (Ghostthinker GmbH), 22.01.2025
Artikel bei edubreak lesen

Einmal im Monat. Ruhig, kurz, ohne Push.

Neue Termine, ein Gedanke zum Thema und eine Übung für den Alltag.